28.
Apr
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Kategorie: Augmented Reality

Das große Interview zu Augmented Reality Software und REFLEKT ONE

REFLEKT Wolfgang Stelzle

Augmented-Reality-Anwendungen für die Industrie erstellen ohne zu programmieren – das ist seit dem Marktstart von REFLEKT ONE in der vergangenen Woche möglich. „Kosten runter, Nutzen rauf“ vermittelt in einfachen Worten, wie die Plattform arbeitet. Was bisher individuell programmiert wurde, wird jetzt mit REFLEKT ONE skalierbar: Augmented-Reality-Anwendungen für Produktion, Technische Dokumentation, Training und Marketing kostengünstig für unterschiedliche Use Cases, Produktvarianten sowie in zahlreichen Sprachen standardisiert zu produzieren. Dazu haben wir mit REFLEKT-CEO Wolfgang Stelzle gesprochen.

AUGMENTED REALITY SOFTWARE FÜR DIE INDUSTRIE

WE ARE AR: REFLEKT hat eine Plattform entwickelt, mit der sich Augmented Reality erstellen lässt. Bereits zum Marktstart wurde die Plattform mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Was erwartest Du von REFLEKT ONE?
 
Wolfgang Stelzle: Ich erwarte mir von REFLEKT ONE, dass Augmented Reality auf ein neues Level gehoben wird. Seit es die modernen Generationen der Mobilgeräte gibt, ist AR in der Industrie einsetzbar. Bisher war es aber nicht möglich, die digitalen Inhalte kostengünstig und effizient für die Industrie aufzubereiten. Mit REFLEKT ONE lassen sich  solche Inhalte nun endlich  in standardisierten und skalierbaren Autorenprozessen erstellen. Damit ist der breite Einsatz von Augmented Reality möglich. Skalierbarkeit bedeutet für die Unternehmen, dass keine Programmierer erforderlich sind, sondern Augmented Reality von den eigenen Mitarbeitern erstellt wird. Wichtig ist, dass die Arbeitsabläufe der Mitarbeiter unverändert bleiben, weil REFLEKT ONE in die vorhandene Infrastruktur eingebunden wird.
 
WE ARE AR: Bisher hat REFLEKT Projekte umgesetzt – in der Industrie, aber auch im Bereich Marketing. Warum ist es für ein Start-up wichtig ein Produkt zu entwickeln?
 
Wolfgang Stelzle: Das Projektgeschäft ist sehr volatil. Wir bewegen uns im Umfeld von disruptiven Technologien. Da ist es wichtig skalierbare Produkte zu entwickeln. REFLEKT ONE steht nicht für einen bestimmten Anwendungsfall, sondern für eine breite Zielgruppe verschiedener Industrien sowie eine Vielzahl verschiedener Szenarien.
 Augmented Reality Industrie REFLEKT ONE
 
 
WE ARE AR: REFLEKT ONE ist ein Produkt, das es in dieser Form bislang für Augmented Reality nicht gegeben hat. Wer hatte die Idee dazu, gerade diese Plattform zu entwickeln?
 
Wolfgang Stelzle: Die Idee für REFLEKT ONE entstand dadurch, dass wir jede Anwendung neu programmieren mussten. Die einzelnen Projekte haben uns gezeigt, dass die Lösungen in der Industrie immer eine ähnliche Basis haben. Da war es für uns klar, dass wir eine Plattform schaffen müssen, mit der sich jede Art von Anwendung für Augmented Reality realisieren lässt. Beispielsweise spielt der einfache Einsatz von vorhandenen CAD-Daten eine große Rolle bei der Entwicklung. Mit unserem Entwicklungspartner Bosch konnten wir dann schon zu Beginn der ersten Überlegungen die Prozesse in der Industrie diskutieren. Unsere Expertise im Bereich AR und das Wissen der Kollegen von Bosch über die Anforderungen auf Unternehmensseite waren dann die Grundlage für das ONE-Konzept. 
 
WE ARE AR: Uns interessiert natürlich, wie das Projekt entstand. Lief die Entwicklung wie Du sie erwartet hattest?
 
Wolfgang Stelzle: (lacht) Im Großen und Ganzen schon. Vor allem, wie sich die Zusammenarbeit zwischen den REFLEKT- und Bosch-Teams entwickelt hat. Das war und ist sehr agil und bringt immer wieder neue Ideen hervor. Natürlich war nicht alles wie anfänglich geplant. In jedem Sprint haben wir die Anforderungen der Nutzer mit dem Entwicklungsstand abgeglichen und daraus ergaben sich immer wieder neue Herausforderungen. Wir mussten neue Wege gehen, weil es die automatisierte Produktion von AR ohne zu programmieren bisher auf diesem Niveau nicht gab. Das bereitet manchmal auch schlaflose Nächte.
 

AUGMENTED REALITY ERSTELLEN OHNE PROGRAMMIEREN

WE ARE AR: Jetzt haben wir schon einen Eindruck bekommen, wie die Entwicklung lief. Jetzt wollen wir natürlich wissen, was die Plattform an Vorteilen bringt. Warum sollten Unternehmen REFLEKT ONE einsetzen?
 
Wolfgang Stelzle: Zuerst stellt sich die Frage, ob ein Unternehmen bereits mit Augmented Reality vertraut ist und den Nutzen wie auch die Anforderungen kennt. Mittlerweile kennt der überwiegende Teil der Unternehmen die Mehrwerte von AR, z.B. durch eigene Tests mit Prototypen. Dann ist die nächste Frage meistens, wie sich der Prototyp auf verschiedenste Use Cases – mit zahlreichen Modellen und Varianten und in unterschiedlichen Sprachen – ausrollen lässt. An dem Punkt kommt die standardisierte und skalierbare Erstellung von AR ins Spiel. ONE macht genau dies. Die Plattform kann die Inhalte für unterschiedlichste Szenarien kostengünstig zur Verfügung stellen
 
WE ARE AR: Kannst Du uns ein paar Beispiele geben, welche Art von Anwendungen sich mit ONE erstellen lassen?
 
Wolfgang Stelzle: In der Produktion, in der Montage und auch im Wartungsbereich führt der Einsatz von AR mit REFLEKT ONE dazu, dass die Arbeit schneller und mit weniger Fehlern gemacht wird. Dafür werden visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitungen genutzt, Anweisungen direkt ins Sichtfeld des Arbeiters eingeblendet oder es werden Soll-/Ist-Vergleiche auf die Bauteile projiziert. Im Trainingsbereich beispielsweise geht es darum, wie man Lerninhalte interaktiver vermitteln kann und dafür sorgt, dass der Wissenserhalt verlängert werden kann. Im Marketing lassen sich Features und Funktionen bis hin zu kompletten Produktkatalogen in höchster Darstellungsqualität direkt am Produkt zeigen. Das sind nur ein paar Beispiele, was sich mit ONE umsetzen lässt. 
 
 
WE ARE AR: Lässt sich das alles mit einer Software machen oder braucht man dafür verschiedene Module?
 
Wolfgang Stelzle: REFLEKT ONE ist modular und orientiert sich an den Bedürfnissen der Unternehmen. Alles baut auf ONE Basic auf. Darin sind alle wesentlichen Funktionen enthalten, um Augmented Reality zu erstellen. Für die einzelnen Anwendungsfelder ist es wichtig, spezifische Module zu haben. Ein technischer Redakteur hat andere Anforderungen für Handbücher und Bedienungsanleitungen als das Marketing für eine Produktpräsentation. Beim Redakteur geht es darum, Augmented Reality in der bestehenden Redaktionsumgebung zu erstellen und Informationen und Daten möglichst direkt an den Ort des Geschehens zu bringen. Im Marketing besteht die Anforderung beispielsweise darin, Produkte und Bauteile in perfekter Qualität zu zeigen. Je nach Anwendungsgebiet können Unternehmen Module für Produktion, Service, Training und Marketing aufstocken.
 
WE ARE AR: An welche Zielgruppe richtet sich ONE? Nur an große Konzerne oder auch an den Mittelstand? 
 
Wolfgang Stelzle: Mit den verschiedenen Modulen haben wir sowohl für Konzerne als auch für den Mittelstand passende Lösungen. ONE Basic enthält bereits die wichtigen Funktionen, um selbst Augmented Reality erstellen zu können. Je nach Anforderung, also Anzahl der Anwender, Anwendungsgebiet oder Plattform, kann das System Schritt für Schritt erweitert werden. 
 

WE ARE AR: Welche weiteren Funktionen wird es in den kommenden Versionen geben?
Wolfgang Stelzle: Wir arbeiten an der nächsten Stufe für die Integration der Datenbrillen. „Hands-free“ ist ein starkes Argument für die Industrie und wir testen bereits mit vielen verschiedenen Modellen. Dafür haben wir eigens eine DemoWall, die jedes Unternehmen für Tests buchen kann. „Cross-platform“ und „cross-device“ sind die wichtigen Schlagworte, die wir weiter verbessern, um permanent neue Devices zu integrieren.

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