27.
Aug
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Kategorie: Augmented Reality

Augmented Reality visualisiert Diagnose

Im Post der vergangenen Woche – AR aus Expertensicht – habe ich die verschiedenen Möglichkeiten zur Erweiterung der realen Umgebung durch Augmented Reality genannt. Das Beispiel der visualisierten Liegediagnose im heutigen Post zeigt, wie die Einblendung eines 3D-Objektes zur Visualisierung genutzt werden kann. Das Unternehmen Rummel Matratzen hatte die Vorstellung, die bestehende Liegediagnose visuell darzustellen. Es sollte möglich sein, dem Kunden die Messung der optimalen Matratzenhärte in visueller Form mitzugeben. Eine weitere Idee bestand darin, dass die Messergebnisse zuhause mit dem Smartphone oder Tablet abrufbar sein sollen.

Von der Idee zur Umsetzung mit Augmented Reality

Alles beginnt mit der Messung. Die Kunden werden auf einer mit hunderten von Flachsensoren ausgestatteten Messmatratze vermessen. Die damit gewonnenen Belastungswerte werden in ein dreidimensionales Körpermodell umgewandelt. Gleichzeitig filmt eine Kamera die liegenden Probanden und vergleicht sie mit den zuvor erstellten 3D-Modellen. Im Anschluss an die Auswertung können die Kunden ihre persönlichen Messdaten auf einem QR-Code gespeichert mit nach Hause nehmen und per Smartphone und App jederzeit wieder visualisiert abrufen. Der QR-Code dient hier nicht als Verlinkung sondern als personalisierter Datenspeicher.

RE'FLEKT AR-Kiosk

Die Kunden erhalten ein Messergebnis in visueller Form und können schnell erkennen, welche die richtige Matratzenhärte ist. Für die Mitarbeiter vor Ort am Point-of-Sale steht mit der Anwendung ein Tool zur Verfügung, das alle wesentlichen Informationen bereit hält und das Beratungsgespräch interaktiv begleitet.

Mit der folgenden Anleitung kann jeder einen Teil der Applikation testen und sich beispielhafte Messergebnisse anzeigen lassen. Viel Spaß dabei.

RE’FLEKT SENSOflex AR-App

Das Interview: Augmented Reality visualisiert Daten

Welche Erfahrungen das Unternehmen Rummel beim ersten Einsatz von AR gemacht hat und welche Erwartungen in die Technologie gesetzt werden, erklärt Klaus Neudecker im folgenden Interview.

WEAREAR: Herr Neudecker, Sie sind Mitglied der Geschäftsleitung von Rummel Matratzen. Unsere Leser interessiert natürlich, was Rummel macht. Könnten Sie uns das in drei Sätzen erklären?

NEUDECKER: Unser Tätigkeitsschwerpunkt liegt in der Produktion von Matratzen und Unterfederungen, die den hohen Ansprüchen der Schlaf- und Ergonomie-Forschung entsprechen. Wir denken und handeln stets serviceorientiert, qualitätsbewusst und innovativ. Wir produzieren ausschließlich in unseren beiden Werken in Mittelfranken Produkte für den Fachhandel.

WEAREAR: Die Themen „Matratze“ und „Technologie“ werden auf den ersten Blick nicht gleich zusammengebracht. Sie haben für die Wahl der richtigen Matratzenhärte ein visuelles Mess-System eingeführt. Wer hatte die Idee dazu?

NEUDECKER: Die Idee kam von mir. Ich habe nach einer Möglichkeit gesucht, wie wir unseren Kunden einfacher und schneller erklären können, was wir messen. Und unser Vertrieb sollte sich während der Beratung auf die Kunden konzentrieren und alle Informationen mit Bildern darstellen können.

WEAREAR: Das SENSOflex-System nutzt zur Visualisierung die Erweiterungen von Augmented Reality (AR). AR ist vielfach noch unbekannt. Wie war ihr erster Eindruck von den Möglichkeiten?

NEUDECKER: Der erste Eindruck war sehr vielversprechend und zukunftsweisend. Wir konnten die Sensortechnik unserer SENSOflex Liegediagnose verbessern und durch Augmented Reality visualisieren.

WEAREAR: Sie konnten die interaktiven Messungen im Rahmen einer Messe testen. Wie haben Ihre Kunden und Partner darauf reagiert?

NEUDECKER: Es gab sehr viele unterschiedliche Reaktionen und Meinungen, jedoch überwiegend positiv. Die Kunden waren sehr neugierig, wie sich diese neue Technik am POS umsetzen würde.

WEAREAR: Der Einsatz neuer Technologie erfordert Investitionen. Was erwarten Sie vom neuen System?

NEUDECKER: Die SENSOflex Liegediagnose 3D ist einzigartig auf dem Markt und verbindet die kompetente Fachberatung des stationären Handels mit der mobilen Informationstechnologie von heute. Wir haben es geschafft, das individuelle Beratungsergebnis dem Kunden virtuell durch Nutzung unserer SENSOflex-App mitzugeben bzw. jederzeit abzurufen.

WEAREAR: Gerade bei neuen Tools kommt natürlich die Frage nach Nutzen und Messbarkeit. Können die Verkaufszahlen gesteigert werden, lassen sich mehr neue Kunden gewinnen oder worin besteht der Mehrwert für das Unternehmen. Diese Punkte interessieren die Geschäftsleitung und das Controlling. Welche Möglichkeiten zur Erfolgskontrolle setzen Sie ein?

NEUDECKER: Das Beratungsgespräch am Point-of-Sale ist gut strukturiert und zielführend organisiert, so dass die Beratungsdauer sich verkürzt und dennoch alle Informationen dem Kunden zugetragen werden können.

WEAREAR: Augmented Reality wird oftmals als komplex bezeichnet. Könnten Sie uns etwas zur Bedienung des Visualisierungstools sagen? Wie sind Ihre Erfahrungen?

NEUDECKER: Bei der Entwicklung und Programmierung stand von vornherein fest, dass die Bedienung und Darstellung so einfach wie möglich und für jedermann verständlich gestaltet werden muss. Dies ist uns gelungen.

WEAREAR: Herr Neudecker, ich bedanke mich für das Gespräch.

Macht´s gut bis zum nächsten Post,

Dirk Schart

Weiterführende Links

Projektbeschreibung SENSOflex AR-System
Post „Was ist Augmented Reality aus Expertensicht“

Bildquellen

Rummel Matratzen


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