10.
Jan
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Kategorie: Allgemein

CES 2014: Augmented-Reality-Brillen im Vormarsch

Die Zukunft der Elektronik ist mobil und vernetzt. Das hat die diesjährige Consumer Electronic Show (CES) vom 7. bis 10. Janaur in Las Vegas gezeigt. Wearables für Augmented Reality und Virtual Reality, Android im Auto und die Vernetzung der elektronischen Geräte zuhause und im Fahrzeug – das sind die Trends der Elektronik- und Gadget-Messe.

 

NEUE AUGMENTED-REALITY-BRILLE VON EPSON

Bereits vor zwei Jahren präsentierte Epson mit der Moverio BT-100 eine AR-Brille. Vor der Google-Glass-Zeitrechnung war die Aufmerksamkeit dafür allerdings recht gering. Das hat sich geändert. Der Nachfolger BT-200 präsentiert sich nicht ganz so schick wie die Glasses, dafür nutzt Epson beide Brillengläser als Display. Die Google Glass blendet ihre Inhalte mit einem Prisma vor dem Brillenglas ein. Die Epson-Entwickler haben der neuen Version nun auch Gyroskop, GPS und einen Beschleunigungssensor gegönnt. Anders als bei Google befinden sich Akku und Platine in einer separaten Steuerbox, die per Kabel mit der Brille verbunden ist. Das ist weniger praktisch im Alltag, dafür ist die Brille an sich leichter als andere Geräte. Entwickler können Apps auf Android-Basis erstellen – leider mit Version 4.0.4 etwas angestaubt. Hier gibt es noch ein paar Aufgaben zu erledigen. Interessant ist Epsons neue Datenbrille auf alle Fälle. Und erhältlich: Voraussichtlich ab Mai 2014 für rund 700 EUR.
Epson BT 200

OCULUS CRYSTAL COVE OHNE MOTION SICKNESS

Eines muss man den Rift-Entwicklern lassen: Die Verbesserungen passieren in atemberaubendem Tempo. Innerhalb eines Jahres von einem mit Klebeband zusammengehefteten Prototypen zu einer der faszinierendsten VR-Brillen. Nur eines hat meine Begeisterung bisher gebremst: die Motion Sickness. Selbst Oculus-CEO Brendan Iribe musste nach eigenen Angaben bisher darunter leiden. Dies gehört mit der neuen Version der Vergangenheit an. Verantwortlich ist dafür das neue Positionstracking. Auf der Brille sind zahlreiche Infrarot-LEDs angebracht, die von einer Kamera getrackt werden. Damit kann die eigene Position im Raum erfasst werden. Bislang wurden Kopfneigung und -drehung aufgezeichnet unabhängig von der Bewegung des Körpers. Dies macht die Szenarien noch realistischer als bisher; und das ohne lästige Übelkeit.

 

INTEL MIT GESTENSTEUERUNG

Intel wagt sich mit der Real-Sense-Kamera in neue Bereiche. Bereits in der ersten Jahreshälfte 2014 will der Chip-Hersteller sein bisheriges Software Develpment Kit erweitern und an kooperierende Hersteller wie Asus und Dell liefern. Intel-Manager Mooly Eden demonstrierte die neue Kamera mit Gesichtserkennung auf der CES. Verbaut werden soll sie in Notebooks. Zielgruppe seien unter anderem jüngere Generationen – die digital Natives. Augmented-Reality-Partner Metaio liefert dafür seine Tracking-Technologie. Damit soll es möglich sein, Computer Games interaktiv zu steuern und AR-Inhalte zu nutzen. Wie die Gestensteuerung im Vergleich zu Spitzenreiter Kinect von Microsoft oder der Leap Motion funktioniert ist bisher nicht bekannt. Ebenso offen lies Intel, ob die Kamera auch für Mobile Devices geplant ist.

Intel-Manager Mooly Eden

CROSSMEDIA IM AUTO: CONNECTED CAR UND ANDROID

Android im Auto. Einerseits war es eine Überraschung. Auf der anderen Seite habe ich mich gefragt: Warum hat es so lange gedauert bis die vielgepriesenen, teuren und schlecht ausgestatteten Multimediasysteme der Autohersteller sich endlich der Realität stellen? Teuer werden sie bleiben – dann aber hoffentlich auch gut. Connected Car ist das beherrschende Thema, wenn es um die Kombination von Auto, Daten und mobilen Geräten geht.

Hyundai plant für die nächste Generation des Genesis eine Integration der Google Glass – beispielsweise für Navigation und um Werkstattermine zu vereinbaren. Bleibt die Frage, ob unsere Straßenverkehrsordnung die Google-Brille erlaubt. Mercedes vernetzt seine Fahrer künftig mit der Smartwatch Pebble. Damit soll es möglich sein den Ölstand abzurufen oder per Schnellstart die Navigation zu bedienen. BMW setzt auf eine Zusammenarbeit mit Samsung. Kia zeigte sein Konzept vom Armaturenbrett der Zukunft – inklusive Kamera und Gestensteuerung. Audi verbannt beim neuen TT alle analogen Instrumente zugunsten des „Virtual Cockpit„. Ganze Kartenansichten lassen sich darauf abbilden.

Kia Cockpit

NEUE DROHNEN BRAUCHT DER MANN

Amazon hat sie, die Deutsche Post – natürlich die Drohne, den Flying Robot. Immer mehr Menschen wollen einen Copter für zuhause. Ich gebs zu – auch ich ruiniere damit inzwischen unsere Einrichtung. Wer sich bisher keine Parrot Drone für rund 450 Euro leisten wollte, der kann jetzt auf die MiniDrone warten. Per Smartphone steuerbar und mit einem Fahrgestell ausgestattet kann man die einfach mal die Wand hochfahren.

TECHNIK MACHTS UNMÖGLICH

Zum Schluß gibts eine Kleinigkeit zum Schmunzeln. Samsung stellte auf der CES einen neuen Riesen-Fernseher vor, der auf Knopfdruck seine Form verändern kann. Zum Lieferumfang der Show gehörte wohl auch ein hypermoderner Teleprompter. Regisseur Michael Bay hat das Vergnügen ein paar Worte über den faszinierenden Fernseher zu erzählen. Dabei beschäftigt ihn der Teleprompter so sehr, dass nicht der Samsung seine Form veränderte, sondern Michael Bay – seine Tagesform.

Lieber Michael Bay, für die CES 2015 unterstützen wir sie mit einer Augmented-Reality-App. Wir blenden Ihnen alle wichtigen Informationen direkt in Ihre Umgebung ein. Falls dies nicht reicht, können wir auch Sie als virtuellen Speaker einblenden. Dann können Sie sich das Geschehen bequem zuhause anschauen.

Welche Brillen setzen sich durch und was passiert mit den Smartwatches? Wird Augmented Reality wieder ein Stück stärker in unser tägliches Leben integriert? Ein spannendes Jahr erwartet uns.

 

Weiterführende Links

Trusted Reviews: Epson Moverio BT-200 Smart Glasses

heise.de: Virtual-Reality-Brille ausprobiert

Bildquellen

Epson, Autobild, Golem, Intel


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