31.
Mrz
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Kategorie: Allgemein

Mit der digitalen Fabrik um die Welt

In der digitalen Fabrik werden Menschen, Maschinen und Informationen vernetzt. Welches Potenzial dahinter steckt ist heute noch nicht wirklich zu beziffern. Die Vorteile der Bereitstellung an jedem Ort der Welt und die Möglichkeiten der kollaborativen Arbeit geben einen Ausblick auf die vernetzte Industrie-Welt der Zukunft.

Menschen planen Maschinen und ganze Anlagen, Computer berechnen Modelle, Sensoren erfassen Daten – überall auf der Welt. Das Internet und die Cloud sorgen dafür, dass wir Daten und Informationen teilen und gemeinsam daran arbeiten können. Die riesigen Datenberge, die wir in Unternehmen ansammeln, können mit Technologien wie Augmented und Virtual Reality visualisiert werden. Dies erleichtert die Zusammenarbeit und reduziert Planungskosten.

KLICK IN DIE ZUKUNFT – DIE DIGITALE FABRIK VON AUDI

Wie kann Erick Lopez durch sein neues Werk laufen und die Planung kontrollieren, obwohl es noch gar nicht gebaut ist? Audi errichtet im 9.500 Kilometer entfernten San José in Mexiko ein neues Werk. In Ingolstadt steht das Werk quasi schon, jetzt muss es nur noch nach Mexiko ausgeliefert werden. „Sehen Sie den großen Stahlträger hinten links? Der steht im Weg, da kommt das Werkzeug nicht vorbei“, erklärt Audi-Planer Lopez.

Audi Erick Lopez

Erleichtert wird das internationale Großprojekt durch 3D-Visualisierung und Virtual Reality. So können die Planer in Deutschland und Mexiko virtuelle Rundgänge durch die einzelnen Gebäude machen und beispielsweise Kollisionsprüfungen durchführen. Diese Form der Visualisierung kann entweder am Rechner per Mausklick betrachtet werden oder per Datenbrille oder Cave in der virtuellen Realität. „Der Vorteil liegt auf der Hand. In 3D können die Planer Probleme schnell identifizieren und beheben, noch bevor der Bau begonnen hat“, betont die Leiterin für Informationsprozesse Fertigungsvorbereitung, Meritxell Vilanova.

Audi Meritxell Vilanova

Durch die Vernetzung der Systeme und Daten in Ingolstadt und San José haben die Planer alle wesentlichen Informationen auf Abruf. Unabhängig von Arbeitszeiten und immer dort, wo sie benötigt werden. „Durch unsere Systeme verknüpfen wir unsere eigenen Daten mit denen der Architekten und Ingenieure. Anlagen, Werkzeuge, Schutzzäune, Förderbänder. Ich kann auf Knopfdruck erkennen, wie alles zusammenspielt“, beschreibt Meritxell Vilanova die Vorteile der digitalen Vernetzung.

Damit die digitale Fabrik ihre volle Leistung entfalten kann, ist ordentlich Rechenpower gefragt. 11.520 Rechenkerne sind miteinander verknüpft und schießen die riesigen Datenmengen mit 600-facher DSL-Geschwindigkeit per Glasfaserkabel über den großen Teich. Trotz der hohen technischen Anforderungen zeigt sich Projektleiter Matthias Müller überzeugt: „Während die Bauarbeiten in San José Chiapa noch in vollem Gange sind, können wir dank der Technik bereits einen Blick in die Zukunft werfen.“ Die digitale Fabrik ist bereits heute eine große Unterstützung in der Industrie.

EIN TRUMPF IM BLICK – ECHTZEIT-PLANUNG MIT AR

Das selbe Ziel, wie Audi bei seinem neuen Werk, verfolgt auch der Laser-Hersteller Trumpf aus Ditzingen: Die virtuelle Planung in der realen Umgebung. Die Mitarbeiter bei Trumpf haben eine Möglichkeit gesucht, unterschiedliche Erweiterungen an bestehenden Maschinen zu zeigen. Und zwar direkt beim Kunden, in dessen Produktionsumgebung. Voraussetzung dafür ist, dass die Anlagen maßstabsgetreu eingeblendet werden. „Der Kunde will sehen, ob die Anlagen in die bestehende Fertigungsumgebung eingepasst werden können. Und das System dafür muss einfach zu bedienen und mobil sein“, sagt Kai Thomas, Geschäftsführer von RE’FLEKT.

 Trumpf Produktionsplanung mit RE´FLEKT-App

Trumpf hat dafür eine Augmented-Reality-App entwickeln lassen. Damit können sich Mitarbeiter und Kunde jetzt die ausgewählten Parts an der gewünschten Position in Originalgröße einblenden lassen, wie die linke Abbildung zeigt. Dies geschieht, in dem sie ein handelsübliches iPad auf die markierte Position richten. Sobald die Kamera die Umgebung erkennt, zeigt die App das Bauteil an der korrekten Position. Kunde und Trumpf-Mitarbeiter können schnell erkennen, ob ausreichend Versorgungsstränge vorhanden sind und wie die Anlagenerweiterung in die Produktion passt. Egal ob in Deutschland, Japan oder in den USA – die Planer profitieren von der Vernetzung der Daten und der weltweiten Verfügbarkeit.

„Mit der Echtzeit-Visualisierung von Augmented Reality erkennen wir Planungsfehler in einem frühen Stadium und vermeiden unnötige Kosten“, erklärt Kai Thomas. Für die Umsetzung können vorhandene Konstruktionsdaten genutzt werden. Für die Visualisierung mit Augmented Reality ist auch keine besondere Hardware erforderlich.

WEITERFÜHRENDE LINKS

Audi Blog – Digitales Werk

WiWo Online – Die Welt mit neuen Augen sehen

RE’FLEKT Case Story – Trumpf Produktions- und Anlagenplanung

Augmented Reality in der Industrie

Bildquellen: Eigene, Audi (Lopez, Vilanova, Roboter)


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