24.
Jul
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Kategorie: Allgemein

Praxisbericht: Samsung Gear Live Smartwatch mit Android Wear

Seit Anfang Juli sind die ersten Smartwatches mit Googles neuem Wearables-Betriebssystem Android Wear auf dem Markt. Samsung hat seine Gear-Serie mit der Live erweitert und macht zusammen mit der G Watch von LG die ersten Schritte mit Wear. Noch befinden wir uns in einer ganz frühen Phase. Doch schon jetzt zeigt sich im Alltag, was Smartwatches in der Zukunft leisten können.

DIE ERSTEN SCHRITTE MIT DER SMARTWATCH

Im Juli wurden die ersten Exemplare der Samsung Gear Live ausgeliefert;  im Google Play Store für 199 Euro bestellbar. Die G Watch war bereits Anfang Juli lieferbar. Motorola hat bereits seine Moto360 angekündigt, die sehr stilistisch wirkt, aber noch nicht verfügbar ist.

Gear Live Unboxing

Ich habe mich für die Gear entschieden und so kann ich als Early Adopter ran und für WE ARE AR Erfahrungen sammeln. Samsungs Smartwatch wird mit mit einer Bedienungsanleitung und einem Ladeadapter geliefert, mehr ist nicht notwendig. Die Uhr einschalten, am Smartphone (Galaxy S4) die App „Android Wear“ starten, ein paar wenige Einstellungen vornehmen und fertig ist die Einrichtung. Schon poppen die ersten Google-Now-Karten und Meldungen auf – vom Smartphone per Bluetooh gesendet. Wie das aussieht, zeigt das kurze Video.

WIE KOMMEN DIE INFOS AUF DIE SMARTWATCH?

Die Meldungen kommen direkt von den Apps auf das Smartphone – genauso wie von Google Now. Ein Wisch nach rechts löscht die Karte. Der Wisch nach links führt zur nächsten Navigationsebene. Viele Apps zeigen bislang nur die Option die angezeigte Meldung auf dem Telefon zu öffnen. Die Wetter-App „iWeather“ wiederum bietet eine Vorhersage für den Tag sowie einen Ausblick auf die nächsten drei Tage. Xing bietet die Möglichkeit per Spracheingabe Nachrichten zu diktieren. Schritt für Schritt wird diese Navigationsebene in Zukunft mit Details versorgt werden.

Gear Live Meldungen

Die Anzahl der Apps ist noch übersichtlich, das wird sich aber schnell ändern. Aus der Wear-App heraus erreicht man die verfügbaren Anwendungen für Smartwatches. Allerdings findet sich nicht alles in dieser Kategorie, was an Apps verfügbar ist. Leider machen sich bereits viele Entwickler an neue Apps oder überarbeitete Versionen ohne die Developer Guides von Google zu berücksichtigen. Schnell zusammengeschustert und ohne Nutzen. Das ist nicht im Sinne von Android Wear, das trotz Open Source etwas mehr Wiedererkennung und Bedienlogik bringen soll. Eine nützliche Apps ist beispielsweise der Wear Mini Launcher, der alle installierten Apps übersichtlich anzeigt. Wear Volume lässt einen ganz bequem die Lautstärke des Smartphones ändern – sehr praktisch beim Musik hören.

Sehr schön umgesetzt ist beispielsweise Runtastic, das die Smartwatch mit den wesentlichen Informationen wie Zeit und Strecke versorgt. Das zeigt, wie Android Wear in Zukunft zum Einsatz kommt. Es ist kein weiteres Gerät mit eigenen Apps und auch keine hochbestückte Hardware erforderlich. Wenn ich im Meeting sitze und durch einen schnellen Blick oder das Vibrieren der Uhr mitbekomme, welche Nachrichten eingehen, dann reicht mir das völlig. Will ich mehr wissen, kann ich das auf dem Smartphone tun. Deshalb hat der Ansatz von Google für mich eine große Zukunft. Mein S4 bleibt mittlerweile in der Tasche bis ich morgens im Office bin. Alle wichtigen Neuigkeiten weiß ich da bereits.

DIE GEAR LIVE IM ALLTAG

Groß ist sie, das stimmt. Aber nicht klobig. Samsung ist nicht als Designschmiede bekannt, dennoch sieht die Gear Live vernünftig aus. Der Tragekomfort ist überraschend gut, sehr bequem. Wenn es warm ist, dann bringt einen das Kunststoff-Armband wie bei Sportuhren zum Schwitzen. Nutzt man die Smartwatch viel – Navigation, Sport, etc. – dann ist der Akku am Abend leer. Ich habe sie auch schon zwei Tage lang ohne Aufladen am Arm gehabt. Da müssen die Hersteller in den nächsten Generationen nachbessern. Und vor allem müssen sie das Auftanken vereinfachen. Noch ein Kabel und bei Samsung auch noch ein spezieller Adapter (siehe Bild oben rechts). Kein Micro-USB weil die Gear Live und die G Watch wasserdicht sind. Das ist zu aufwändig.

Gear Live Runtastic Navi

Wird die Uhr nicht genutzt, bleibt das Display gedimmt und zeigt die Uhrzeit sowie in einer Vorschau die aktuellste Notiz an. Ein Klick auf das Display oder einfach draufschauen aktiviert die Watch – sie erkennt die typische Handbewegung. Das Amoled-Display ist sehr gut lesbar, solange man nicht in unmittelbar in der Sonne steht. Dann muss man die Hand darüber halten, um etwas lesen zu können. Die News-Karten werden mit den Fingern geblättert, alles andere geht per Sprache. Und das funktioniert gut. Es fiel mir leichter eine Navigation zu starten als beispielsweise mit der Google Glass. Die Spracheingabe „Route nach Salzburg“ lässt das Smartphone die Navigation berechnen und gibt die Befehle auf der Uhr aus. Benachrichtigungen erfolgen per Vibration, Sprachausgabe gibt es keine. So lassen sich unter anderem SMS und E-Mails schreiben, Termine und Erinnerungen setzen, Wecker einstellen und nach dem Wetter fragen. Auch normale Google-Suche funktioniert mit der Smartwatch wie auf dem Smartphone, nur ohne die Sprachausgabe.

Gear Live Spracheingabe 

MEHRWERT ODER SPIELEREI?

Das zeigt allein schon das Interesse der Menschen in meinem Umfeld: Mehrwert. Selbst weniger technik-begeisterte Menschen sehen für sich nützliche Anwendungen und Erleichterungen, sobald man ihnen erklärt, wie die Smartwatch funktioniert. Nicht vergessen: Wir befinden uns noch ganz am Anfang der Möglichkeiten. Die Akzeptanz für eine Smartwatch wird um ein Vielfaches größer sein als für eine smarte Brille a lá Google Glass.

Google muss an der Idee festhalten, die Guidelines für Wear durchzusetzen und damit auch auf den Nutzen und die Usability für die Anwender zu achten. Ich habe ein Samsung Smartphone und eine Smartwatch. Aber bitte, Samsung: Lasst Eure eigenen Apps draußen und versucht nicht Android Wear durch eigene Oberflächen zu ruinieren. Android Wear funktioniert gut und die Bedienlogik ist sehr einfach und intuitiv. Ein paar weitere Einblicke gibt es im Video von Engagdget.

AUGMENTED REALITY UND SMARTWATCHES

Seit den Smartglasses wird Augmented Reality häufig in Zusammenhang mit Wearables gebracht. Das zeigt, wie Technologien und Devices in der Zukunft miteinander verschmelzen. Immer mit dem Fokus, uns das Leben und die Arbeit einfacher zu machen und kontextbezogene Informationen zu liefern.

Die neuen Generationen, wie die G Watch und die Gear Live, haben keine Kamera an Bord. Damit ist zunächst mal kein Einsatz für AR in Sicht. Aber auch mit Kamera wären die Möglichkeiten recht eingeschränkt. Google hat aber schon selbst die Antwort gegeben: Fernsteuerung. Die Kamera-App von Google lässt sich mit der Smartwatch fernsteuern – der Selbstauslöser 3.0. In der vernetzten Welt lassen sich Informationen für AR-Anwendungen auf der Smartwatch anzeigen. Noch besser wird es sein, die Anwendungen auf dem Tablet von der Uhr aus zu steuern. Wie das funktionieren kann zeigen wir in einem der nächsten Posts.

WEITERFÜHRENDE LINKS


  1. Hallo,
    muss ich beim laufen das Smartphone dabei haben? Wäre schön wenn man das im Auto liegen lassen könnte und die App z.B runtatstic autonom alle relevanten Daten aufzeichnet und später an das Smartphone schickt.Theoretisch müsste das doch gehen da die Uhren alle relevanten Sensoren bereits integriert haben.
    Würde mich über eine Antwort freuen
    Viele Grüße
    Marcus

    • Dirk Schart

      Hallo Marcus,

      bei der aktuellen Generation an Android Wear-Geräten musst Du das Smartphone dabei haben. Alle Informationen kommen vom Mobilgerät, wo auch die Apps installiert sind. Die Gear Live hat z.B. kein GPS-Modul.
      Google arbeitet an einem Wear-Update, mit dem künftig manche Funktionen (z.B. Musikplayer) auch ohne das Smartphone möglich sind. Allerdings gibt es zumindest bei den Wear-Devices momentan noch keines, das
      GPS an Bord hat (Sony hat einse angekündigt). Das ist aber nur eine Frage der Zeit. Die nächsten Generationen werden genau das bieten, was Du suchst. Das Update ist auch in diesem Artikel beschrieben:
      http://www.heise.de/newsticker/meldung/Update-fuer-Android-Wear-Smartwatches-GPS-und-Musik-ohne-Handy-2357026.html

      Bei Fragen kannst Du dich gerne melden.
      Viele Grüße,
      Dirk

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