29.
Jan
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Kategorie: Allgemein

Wearable Tech Conference 2014: Von Google Glass zu Appcessories

Wer bei Wearables nur an Google Glass denkt, der liegt daneben. Smartwatches, Activity Tracker und jegliche Devices, mit denen Daten aufgezeichnet und nutzbar gemacht werden können, zählen zu den Wearable Devices. Am 27. und 28. Januar fand die elfte Wearable Technologies Conference statt. Technikinteressierte aus allen Teilen der Welt fanden sich in der Münchner Messen ein, um die aktuellsten Entwicklungen aus dem Bereich Wearables zu verfolgen. Wir waren vor Ort und fassen die wichtigsten Themen zusammen.

CES ALS ZÜNDFUNKE FÜR 2014

Christian Stammel, CEO des Veranstalters Wearable Technologies AG, bezeichnete die Consumer Electronics Show in Las Vegas als das überragende Event für Wearables. Er sieht in der CES einen wichtigen Impulsgeber für Wearable Devices im Jahr 2014. Der Technologie-Experte Nick Hunn sprach in seiner Keynote vom „Jahr der Wearables“. Alleine die Smartwatch Pebble hat auf Kickstarter 10 Mio. Dollar für die Weiterentwicklung eingesammelt. Während für Hersteller und Retailer auf den ersten Blick der Verkauf der Devices im Vorfergrund steht, so sind auf den zweiten Blick vor allem die Nutzung der gesammelten Daten interessant.

WEARABLES UND APPCESSORIES

Was sind nun alles Wearables? Natürlich alles, was tragbar ist. Zu allererst Smart Glasses, wie Epson Moverio, Google Glass oder die Meta Spaceglasses. Dann die Smartwatches in der Art Galaxy Gear und Pebble.  Dazu alles was am Körper getragen weden kann. Die bekannten Fitnessarmbänder wie Nike Fuel sind da nur der Anfang. Sensoren lassen sich in nahezu jeden Gegenstand verbauen. Schmuckstücke, Schuhe, Kleidung oder Hundehalsband – alles kann künftig Daten ans Smartphone oder in die Cloud funken. Für diese spezifischen Gadgets steht der Begriff Appcessories

Wearables Overview

 ZWEI BEISPIELE FÜR WEARABLES

Wer beim Skifahren zu viel Rücklage hat, dem hilft künftig das System von Moticon. Sohlen ausgestattet mit Sensoren übermitteln die Druckpunkte und geben Echtzeitfeedback in Audioform. Die gewonnenen Daten können zur späteren Analyse in grafischer Form dargestellt werden. Damilt lassen sich beispielsweise Belastungsmessungen und Druckverteilung anschaulich darstellen.

Moticon

Wenn die Krankenschwester mit einer Brille a la Glass die Venen sichtbar machen kann, damit sie schnell die richtige trifft, dann zeigt dies den praktischen Nutzen. Hier kommt als Basis eine Epson Moverio-Brille zum Einsatz.

 Nurse Glasses

CLOSE TO THE BODY, ON THE BODY, IN THE BODY

In der Übersicht wird die Einteilung der Devices deutlich: close to the body, on the body, in the body.

Pbersicht Wearables

CONNECTIVITY UND USABILITY SIND KING

Damit Nutzer die Wearable Devices einsetzen müssen sie einfach zu vernetzen und intuitiv bedienbar sein. Dr. Wolfgang Schmitt von Bosch Sensortec nennt dafür die Voraussetzungen. Die Sensoren müssen in einem Netzwerk verbunden werden – Stichwort Data Fusion -,  um aggregierte Daten ans Smartphone oder in die Cloud zu liefern. Zusätzlich ein automatischer Verbindungsaufbau zwischen Wearable und Hardware bzw. Cloud. „Connectivity ist King“ nannte der Bosch-Manager als Grundlage für den Einsatz im täglichen Leben. Peering-Verfahren wie man sie vom Koppeln bei Bluetooth kennt, sind seiner Meinung nach zu kompliziert.

SMARTPHONES STERBEN AUS

Ist das jetzt das Ende der Smartphones, wie es in manchen Medien berichtet wird? Wohl kaum. Wer möchte schon Videos auf derart kleinen Videos betrachten oder eine E-Mail schreiben. Auch Karten lassen sich kaum erkennen. Die Kombination machts. Navigationskarte auf dem Smartphone, Sprachbefehle und Richtungspfeile auf der Smartwatch.Der durchschnittliche User holt sein Smartphone rund 150 mal am Tag aus der Tasche, um Informationen, welcher Art auch immer, abzurufen. Mit einem Wearable Device entfällt das. Viele Informationen lassen sich auch auf den kleineren Displays abbilden. So wie auf dem Smarty Ring. Was auf den ersten Blick nach Spielerei aussieht lässt sich in sinnvollen Anwendungen einsetzen.

 

AUSBLICK

Wie bei allen Geräten spielt auch hier das Thema Batterieverbauch eine Rolle. Die auf der Wearables Technoligies Conference vorgestellten Devices vernetzen sich dafür mit Bluetooth Smart. Ein Standard, der die neuesten Gerätegenerationen mit dem Internet of Thigs verbindet und sich durch sehr geringen Stromverbrauch auszeichnet. Die Konferenz hat gezeigt, dass momentan vor allem die Bereiche Medizin, Sport und Fashion die Entwicklung vorantreiben. Nach dem üblichen Entwicklungsprozess für neue Technologien haben auch die Wearables in den Bereichen Automotive, Industrie und Infrastruktur begonnen und kommen nun in den Consumer Markt.

Wie sich diese Märkte weiter entwickeln hängt nicht nur von den Wearable Devices selbst ab. Harry Strasser, Managing Partner von Wearables Technology, sieht ein verändertes Denken im Handel. Seiner Meinung nach würden die Zielgruppen für eine Smartwatch diese nicht im Technik-Markt suchen, sondern vielmehr beim Uhrenhändler. Eine interessante Einschätzung. Im Fitnessbereich wiederum macht es Sinn dem Käufer die ganze Palette anzubieten – von der Kleidung, über die Schuhe bis zum Activity Tracker.

 

WEITERFÜHRENDE LINKS

Wired: Why Wearable Tech Will Be as Big as the Smartphone

Forbes: Credit Suisse Says Wearable Tech ‚The Next Big Thing‘

Networkworld: What are ‚appcessories‘ and why should we care about them?

Bildquellen: Connected Body/WT, Wearables Overview/Credit Suisse, Samsung Display/Eigene, Nurse Glasses/Evanamed, Smartwatch/JoeJava, Moticon


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